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  • Marie Muche

Aix-en-Provence, Frankreich

Marie Muche, Masterstudiengang Food Science


Vom 01.02.2022 bis zum 31.03.2022 habe ich ein Praktikum in der französischen Bio-

Bäckerei „Noé“ in Aix-en-Provence absolvieren können. Die Möglichkeit mit dem Graduiertenprogramm von ERASMUS+ ein Praktikum nach abgeschlossenem Studium

zu absolvieren, finde ich sehr gut. Somit hat man noch einmal die Möglichkeit seinen sprachlichen und kulturellen Horizont zu erweitern, bevor man im Berufsalltag ankommt.

Bei der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz war ich auf mich selbst gestellt,

aber habe jederzeit vom International Office die entsprechende organisatorische Unterstützung erhalten.

Während des Praktikums konnte ich nicht nur mein theoretisches Wissen aus dem Studium

in Bezug auf lebensmittelhygienische Vorschriften und deren Umsetzung in der Praxis kennenlernen, sondern zudem auch die Art und Weise der Umsetzung in einem anderen europäischen Land. Während meiner bisherigen Praktika in Deutschland habe ich vor allem den Arbeitsalltag in der industriellen Lebensmittelherstellung kennengelernt. Im Gegensatz dazu konnte ich während der zwei Monate in Frankreich einen Einblick in das ursprüngliche Handwerk erhalten. Ich finde es sehr wichtig, die Unterschiede zwischen den beiden Lebens- mittelherstellungsarten zu kennen, um zu verstehen wie hoch der entsprechende Arbeits- aufwand bei der Produktion eines Lebensmittels ist und wie am Ende die Preise in den Supermärkten gerechtfertigt werden können.


Menton, Provence-Alpes-Côte d’Azur, Frankreich (Foto: International Office, HAW Hamburg)


Das Praktikum hat mir die Möglichkeit gegeben eine andere berufliche Seite auszupro-bieren - die des Handwerks. Mit Beginn meines Praktikums wurde ich direkt in alle

Aufgaben eines Pâtissiers einbezogen. Meine Aufgaben stellten dabei die eines voll-wertigen Mitarbeiters dar. Dazu gehörte z.B. das Füllen und Dekorieren von Eclairs, das Zubereiten verschiedener Crèmes (Crème Pâtissière, Crème Café, Crème Chocolat,

Crème au Citron), das Dekorieren von Tartelettes und Entremets (Tartelette au Citron,

Tarte aux Pommes, Le Castel), das Formen von verschiedenen Brioche-Produkten oder

das Abwiegen und Vorbereiten von verschiedenen Teigen (Croissant-Teig, Eclair-Grundmasse, Brioche). Zudem wurden an drei Tagen in der Woche die typischen Viennoiserie Produkte, wie Croissants, Pain au Chocolat und Escargot aux Raisins her-gestellt. Mit Fortschreiten meines Praktikums wurde ich hierbei immer mehr eingespannt, sodass mir gegen Ende der Zeit auch das Ausrollen der Teige auf der dafür vorgesehenen Maschine zugetraut wurde. Zu Beginn des Praktikums haben mich besonders die großen Mengen (8 Liter einer Crème anrühren oder 52 kg Croissant-Teig abwiegen) verunsichert. Hierbei wurde einem bewusst, dass eine präzise Arbeitsweise sehr wichtig ist, um keine

Lebensmittel wegzuwerfen zu müssen. Mit der Zeit habe ich mich an die größeren

Mengen gewöhnt. Um letztendlich im Arbeitsalltag anzukommen und die Prozesse zu verstehen habe ich ca. 2 Wochen benötigt. Ab da an wusste ich, wo welche Utensilien zu finden sind und welche Aufgaben täglich zu erfüllen sind.


Nationalpark Calanques, Bouches-du-Rhône, Frankreich (Foto: International Office, HAW Hamburg)

Die Kommunikation mit den Kollegen ist sehr gut verlaufen. Während der Zeit konnte

ich beobachten, dass ich an fachspezifischen Vokabeln viel dazugelernt habe. Aufgaben wurden mir sehr gut erklärt und bei Unklarheiten wurde mir direkt geholfen. Die Offenheit und Bereitwilligkeit des Unternehmens eine deutsche Praktikantin zu akzeptieren fand ich sehr schön. Die zuvor vereinbarten Aufgaben und Arbeitszeiten wurden vom Praktikumsbetrieb eingehalten. An den meisten Wochenenden hatte ich frei, sodass ich neben meinem Praktikum auch die Möglichkeit hatte, Exkursionen in der Gegend zu unternehmen. So habe ich z.B. das Zitronenfest in Menton besucht, „Moules et frites“ in Marseilles gegessen oder bin durch den Nationalpark der Calanques gewandert.


v. l. n. r.: Marronier, Zitronenfest in Menton, Moules et frites (Foto: International Office, HAW Hamburg)


Mein ERASMUS+ Praktikum hat mir nicht nur beruflich weitergeholfen, sondern ist auch

eine persönliche Bereicherung gewesen. Hierzu zähle ich unter anderem das Dazu- gewinnen an Selbstvertrauen, neue Aufgaben anzugehen und aus Fehlern zu lernen.


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